Hygieneinspektion nach VDI 6022

Hygieneinspektion cc Service

Leben in Räumen           

In industriealisierter Ländern hält sich der Mensch 80-90% seines Lebens in geschlossenen Räumen auf. Deshalb hat das Raumklima auf den Menschen einen wesentlichen Einfluss für Gesundheit und Wohlbefinden, für Leistungsfähigkeit und Produktivität.

Die Erfordernisse einer gesundheitlich zuträglichen Atemluft und damit einer einwandfreien Raumluftqualität am Arbeitsplatz ist in mehreren Gesetzen festgeschrieben. Hervorzuheben ist dabei die derzeit gültige Fassung der ArbeitsstättV vom August 2004, nach welcher in raumlufttechnischen Anlagen keine Ablagerungen vorhanden sein dürfen, welche die Gesundheit von Raumnutzern beeinträchtigen können. Ebenfalls dürfen die Beschäftigten keinem störenden Luftzug aus der Anlage ausgesetzt sein.

In technischen Regelwerken wie Normen und Richtlinien des ISO, DIN, VDI und SWKI sind psychologische Klimaparameter für Innenräume festgelegt. Im Zuge von gesetzlichen Deregulierungsmaßnahmen sind diese Normen und Richtlinien als rechtsnormenähnlich einzustufen. Laut Arbeitsschutzgesetz aus dem Jahr 1996 ist der Arbeitgeber zur Verbesserung des Arbeitsschutzes nach dem Stand der Technik verpflichtet, welcher durch die Vorgaben dieser Normenorganisation repräsentiert wird.

Im Wesentlichen wurden die hygienischen Anforderungen für raumlufttechnische Anlagen in folgenden Normen und Richtlinien festgelegt:

  • DIN EN 13779 - Lüftung von Nichtwohnanlagen, Mai 2005
  • VDI 6022 / SWKI VA104-01 - Blatt 1: Hygienische Anforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte, April 2006
  • VDI 6022 / SWKI VA104-02 Blatt 2: Hygiene-Anforderungen an raumlufttechnische Anlagen, messverfahren und Untersuchungen bei Hygienekontrollen und Hygieneinspektionen, Juli 2007

Oberstes Schutzziel

Raumlufttechnische Anlagen dürfen weder durch mangelnde Planung, Ausführung und Betrieb zur Quelle von Luftverunreinigungen jedweder Art werden und die Gesundheit von Raumnutzern gefährden.


 

Raumluft und Gesundheit           

Die Luftqualität, die Luftfeuchte, Die Lufttemperatur und die Luftgeschwindigkeit sind die wesentlichen Faktoren für die Gesundheit und für das Wohlbefinden der Menschen in Räumen.


 

Hygienische Anforderungen an Lüftungsanlagen nach Richtlinie VDI 6022       

  • Geltungsbereich: Die Richtlinie gilt für z.B. für öffentliche Gebäude wie Schulen, Landratsämter, Banken, Büro-, Versammlungs- und vergleichbare Aufenthaltsräume.
  • Lüftungsanlagen müssen so gestaltet, betrieben und instand gehalten werden, dass der Gehalt der Zuluft an Stäuben, Bakterien, Pilzen und biologischen Inhaltsstoffen denjenigen der Außenluft vor Ort in keiner Kategorie überschreitet. Dies gilt insbesondere auch für das Keimspektrum.    
  • Bei Vorhandensein einer Luftbefeuchtung ist durch regelmäßige Hygienekontrollen und Reinigung sowie ggf. Entkeimung der wasserführenden und feuchten Anlagenteile ein hygienisch unbedenklicher Betrieb durch den Betreiber sicherzustellen.     
  • Im Befeuchterwasser sollte die Gesamtkeimzahl den Wert von 1000 KBE / ml bei einer
    Bebrütungstemperatur von 20° C (± 1°C) und 36°C (±1°C) nicht überschreiten.
    Die Kontrolle kann mit Hilfe eines Schnelltestes ( sogenannte Dip Slides ) geschehen. 
  • Bei Legionellen darf die Gesamtkeimzahl den Wert von 1 KBE / ml nicht überschreiten. ( = kein Nachweis )

 

Inspektion der Frischluftansaugung     

Es ist zu gewährleisten, dass die am wenigsten belastete Außenluft angesaugt wird. Alle luftführenden Komponenten sind in einem hygienisch einwand-freien, d.h. gereinigten Zustand einzubauen und müssen zu inspizieren, zu reinigen und ggf. zu desinfizieren sein.


 

Kontrolle der Filterstufen           

Filter müssen regelmäßig optisch kontrolliert und unabhängig von aktueller Druckdifferenz und bisheriger Standzeit.

  1. Filterstufe F 5 bis F 7 einmal pro Jahr
  2. Filterstufe F 7 bis F 9 nach zwei Jahren

gewechselt werden.


 

Befeuchtungsanlage-Inspektion     

Bei Vorhandensein einer Luftbefeuchtung ist durch regelmäßige Hygienekontrollen und Reinigung sowie ggf. Entkeimung der wasserführenden und feuchten Anlagenteile ein hygienisch unbedenklicher Betrieb durch den Betreiber sicherzustellen.


 

Messung der Zuluftmengen, der Temperatur und Feuchte     

Messung physikalischer Klimaparameter: Temperatur, Feuchte, Luftgeschwindigkeit an repräs-entativen Stellen der RLT-Anlage und in den zugehöri-gen Räumen.


 

Messung der Zuluftqualität     

Bestimmung der Keimzahl in der Zuluft und in der Raumluft.